Deutschland – Begegnungen Intro

Deutschland entdecken mit dem Monster

#46 Deutschland – Begegnungen Intro
Lied zum Text: “Heute hier, morgen dort.” Philipp Poisel

Schon im letzten Jahr – auf unserer Nordeuropatour – kam die Idee auf, unser Heimatland mit dem Monster zu erkunden.
Ein Jahr später packen wir den Wohnwagen, um 4 Wochen lang durch Deutschland zu fahren.
Diese Reise besteht aus vielen Begegnungen, vor allem Begegnungen mit unseren Heimatgefühlen.
Ihr fehlt das “Aufgeregtsein”, die Angst vor Neuem und Unbekannten und damit so ein bisschen der Abenteuergeist.
Doch die Reise macht nachhaltig etwas mit uns, sie verschiebt die Sicht, ändert Ansichten, rumort in uns.

Ein schönes Land

Wir leben in einem geschichtlich und geographisch sehr abwechslungsreichen Land. Es gibt Ebenen, Berge, Wälder, unglaublich viele Felder, Seen, Flüsse und zwei Meere.
Es gibt unzählige Schlösser, Burgen, Kirchen, Städte und Dörfer, die eine bewegte und lange Geschichte erzählen.
Das Alles war uns vor unserer Reise schon klar, auch das vier Wochen für unser Vorhaben viel zu kurz sein werden.
Also versuchten wir uns auf Gegenden zu konzentrieren, in denen wir bisher gar nicht oder nur im Vorbeireisen waren. Aber selbst die haben wir in den vier Wochen nicht geschafft. Denn Deutschland hat unglaublich viel zu erzählen, viel mehr als uns (siehe oben) bewusst war.
Es ist wirklich ein wunderschönes Land, in dem wir leben. Alles ist nicht weit. Vom Trubel der Stadt in die Stille der Natur oft nur ein Katzensprung. Vom charmanten, mittelalterlichen Dorf ins nächste Outletcenter ein paar Kilometer. Von einem 2000m hohen Gipfel zum Meeresstrand knapp 800km. Wenn man im Wald wandert und eine Abkühlung braucht, liegt ein See oder Fluss meist gleich hinter der nächsten Ecke. So viel Abwechslung auf so wenig Fläche haben nur wenige Länder zu bieten und da haben wir noch nicht über historisches und kulturelles nachgedacht.
Wir haben auf der Reise erkannt, wie wichtig es ist, auf unsere Natur aufzupassen und achtsam mit der Geschichte und unserer Kultur umzugehen.

Im eigenen Land reisen

Wenn man im eigenen Land reist, hält sich die Aufregung und das Vorbereiten in Grenzen. Man muss nicht an eine Auslandskrankenversicherung denken, keine Sprachbarriere fürchten (obwohl, dazu in einem der nächsten Artikel mehr …), kein Visum beantragen. Wenn man etwas vergisst, kauft man es im nächsten Ort. Man kann also einfach losfahren. Dadurch fehlt aber das Reisefieber, andererseits ist man gleich im entspannten Urlaubsmodus.
So sind wir dann auch losgefahren, ziemlich entspannt. Dadurch fühlte es sich aber ganz anderes an als unsere Reise durch Nordeuropa – viel weniger abenteuerlich.
Was uns ziemlich schnell aufgefallen ist, wir gehen viel kritischer mit unserem Land als Urlaubsland um. Wir hatten fast überall schlechten Internetempfang. Einen Blogartikel zu schreiben und Bilder hochzuladen wäre in den vier Wochen kaum möglich gewesen. In einem anderen Land hätte ich gesagt ” Nicht so schlimm. Die sind noch nicht so weit.” In Deutschland hat mich das nur geärgert.
Das gleiche gilt für den Straßenbau. Überall Baustellen in ganz Deutschland. Ob auf der Autobahn oder auf dem Land, 100 km ohne eine Baustelle oder Umleitung zu fahren ist nicht drin.
Das wäre ja erstmal gut, wenn die Straßen danach nicht ein einziger Flickenteppich wären oder man erfährt, dass die gleiche Straße jedes Jahr neu gebaut wird. Da fragt man sich: “Was ist hier los?”
In einem anderen Land hätte ich dem keine Beachtung geschenkt.
Auch nicht den Schildern mit der Aufschrift “Gebt uns unseren Supermarkt zurück.” die in einigen Dörfern hingen. Kein Wunder, dass dort niemand mehr leben will, denn es gibt in diesen Dörfern in den nächsten 20km kein Lebensmittelgeschäft und noch schlimmer- keine ärztliche Versorgung.
Das sind Dinge, die mich bei Urlaubsreisen in andere Länder, wenn überhaupt, nur temporär berühren. Im eigenen Land wurmt mich das und ich denke viel mehr darüber nach.
Im Heimatland zu reisen hat aber auch viele schöne Vorteile. Für mich der Größte – man kommt schnell ins Gespräch. Dabei geht es nicht um tiefgreifende Diskussionen, sondern um die kleinen Geschichten am Wegesrand. Man kann ungezwungener in seiner eigenen Sprache und seiner eigenen Kultur plaudern. Ein kurzes Schwätzchen mit der Bäckersfrau, eine Frage an den Mann vom Campingplatz ohne langes Wörtersuchen geht das von selbst. Da kann man auch Witze machen und weiß das wird richtig verstanden.

So war diese Reise ein Wechselbad der Gefühle. Von “Upps, Was ist mit unserem Land los? bis “Wir wohnen im schönsten Land der Welt!” war alles dabei.

Wo wir nun waren und was wir erlebt haben, erzähle ich Euch in den nächsten Artikeln in “Deutschland – Begegnungen”.

 

 

 

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